Infostand in Kürten setzt Zeichen – zwischen Dialogbereitschaft und deutlichen Spannungen
Kürten-Dürscheid. Mit einem Infostand auf dem Kundenparkplatz des Edeka-Marktes Hetzenegger hat die OGR Kürten am 27. März 2026 einen lokalen Akzent zum Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus gesetzt. Zwischen Einkaufswagen und Wochenendbetrieb suchten die Organisatoren ab 10 Uhr bewusst das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern – und trafen dabei auf ein breites Meinungsspektrum.

Im Mittelpunkt vieler Gespräche stand die aktuelle politische Lage in Deutschland, insbesondere Fragen der Migrationspolitik und eine wahrgenommene Zunahme ausländerfeindlicher Haltungen. Zahlreiche Passanten nutzten die Gelegenheit zum Austausch, einige zeigten sich interessiert und offen. Gleichzeitig blieb die Diskussion nicht frei von Spannungen: Auch Kritiker der Initiative kamen zu Wort, deren Positionen teilweise unversöhnlich wirkten.

Der gewählte Standort erwies sich dabei als bewusstes Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen vor Ort. „Man merkt, dass die Meinungen auch in kleineren Gemeinden wie Kürten deutlicher und teilweise radikaler werden“, hieß es aus dem Kreis der Organisatoren.
Um niedrigschwellige Gesprächsanlässe zu schaffen, setzte die OGR Kürten auf interaktive Elemente. Ein Glücksrad lud Passanten zum Mitmachen ein. Je nach Ergebnis erhielten sie kleine thematische Impulse – darunter beschriftete Steine, Tütchen mit bunten Blumensamen oder Pfefferkörner. Die symbolischen Giveaways sollten Denkanstöße geben und Gespräche eröffnen.

Nach rund vier Stunden endete die Aktion bei kühlen Wetterbedingungen. Trotz der teils kontroversen Diskussionen zogen die Beteiligten ein positives Fazit. Der Infostand habe gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch sei – gerade in angespannten Zeiten. Eine Wiederholung der Aktion sei daher bereits angedacht.










Trotz Konkurrenz durch das Ortsteilfest in Bechen fanden engagierte Bürgerinnen und Bürger den Weg ins Bürgerhaus. Auf der Bühne diskutierten die Bürgermeisterkandidaten Mario Bredow (parteilos) und Sascha Pechbrenner (SPD) gemeinsam mit Vertretern der demokratischen Parteien über aktuelle Themen. Moderiert wurde die sachliche und zugleich lebendige Debatte von Leo Wulf, der für eine faire Gesprächsführung sorgte.
Für die OMAS war es besonders erfreulich zu erleben, dass die Veranstaltung nicht nur zur Information diente, sondern auch neue Kontakte entstehen ließ. Mehrere Gäste erkundigten sich, wie sie selbst bei der Regionalgruppe mitwirken können. „Das zeigt uns, dass unser Einsatz gesehen wird und auf fruchtbaren Boden fällt“, so eine Sprecherin der Gruppe.
Insgesamt ziehen die OMAS gegen Rechts ein überaus positives Fazit. „Es war ein großartiger Nachmittag im Bürgerhaus. Wir konnten zeigen, dass Demokratie nicht nur auf dem Podium stattfindet, sondern auch im persönlichen Gespräch, beim gemeinsamen Lachen am Buffet oder beim Verteilen kleiner Mutmacher für eine starke Zivilgesellschaft.“
















